27.08.-30.09.2014
Schön waren die fast 3 Monat im Schwarzwald mit den langen Abenden! Aber nun freuen wir uns auf ein neues Kapitel unserer Südamerikareise.
Nach einem langen Flug kommen wir am 28.August in São Paulo an und werden herzlich empfangen. Unsrem Auto geht’s gut, doch vor der Weiterfahrt erhält es noch die neue, mitgebrachte
Viskokupplung und frisches Öl.
Nach dem Werkstattbesuch sind wir startklar!
Feijoada, das brasilianische Nationalgericht
Unser erstes Ziel ist der Campingplatz in Itanhaém am Meer. Kahl sind die vielen schattenspendenden Bäume. Doch die neuen Blätter sprießen schon, der Frühling kommt! Bei Luft- und Wassertemperaturen um 23C genießen wir wieder das Leben im Freien. Wir machen Frühlingsputz im Camper und versuchen die mitgebrachten Ersatzteile und Süßigkeiten unterzubringen.
Nach einigen Tagen sagen wir dem Atlantik adieu und fahren landeinwärts durch Bananenplantagen. Am Straßenrand werden Früchte und Vitaminas, das sind frische mit Milch gemixte
Säfte, angeboten.
An der Autobahn übernachten wir wieder ohne Probleme zwischen den riesigen Lastwagen.
Wir fahren westwärts über Curitiba Richtung Argentinien. Herrlich sind die Ipê-amarelo-Bäume, eine gelbe Blütenpracht ohne ein einziges grünes Blatt!
Argentinien empfängt uns mit hochsommerlichen Temperaturen. Unser gut isoliertes Auto heizt sich zwar nur langsam auf, aber hält die Wärme auch entsprechend lange. Mit der
Dunkelheit gegen 18Uhr kommen die Mücken und verbieten das Lüften. So sitzen wir dann meist neben dem Auto und klettern erst zum Schlafen in die Backstube.
Nach 3 Tagen verabschiedet sich die Hitzewelle mit Blitz und Donner. Der Regen hat den Weg zur Fähre, die uns über den Paraná nach Paraguay bringen soll, in schmierigen,
roten Matsch verwandelt. Aus der Fährenfahrt wird leider nichts: seit 3 Monaten ist das Schiff kaputt, aber der argentinische Zollbeamte hält tapfer die Stellung - so schön kann Arbeit sein!
Wir überqueren die Grenze nach Paraguay auf der langen Brücke über den Paraná.
Im Parque Manantial in Hohenau genießen wir das große Schwimm-becken und die Ruhe. Christiane und Werner kommen mit ihrem WoMo gerade von Asunción und können uns gute Tipps
für unsere Weiterreise geben. Das Gebiet entlang des Paraná ist das beste Anbaugebiet für die Mate-Pflanze, Ilex paraguariensis. In Bella Vista besuchen wir die Mate-Fabrik von Selecta, einer Gründung deutscher Einwanderer.
Die Maschinen sind aus den 50er Jahren und es ist viel Handarbeit nötig. Während der Ernte von Juni bis August wird rund um die Uhr gearbeitet. Nach der heißen Trocknung von 4 min folgen 20 Stunden bei niedrigeren Temperaturen.
Danach werden die Blätter für 2 Jahre gelagert. Dabei entsteht der typische Mategeschmack. Fachmännisch werden wir von David durch die Anlagen geführt. Als 13-Jähriger ist er mit seinen Eltern vom Bodensee hierher ausgewandert
und macht nun gerade ein Praktikum im Rahmen seines Agrarstudiums.
Ein Versuchsfeld mit Matepflanzen
Überall stehen die Heiß-wasser-spender für den Mate
Die Jesuitenmission in San Cosme y Damian wurde sehr schön restauriert und wir dürfen im Garten des Planetariums übernachten. Professionell werden wir mit dem beeindruckenden
Wissen der Mönche über die Himmelsmechanik vertraut gemacht. So konnten sie z.B. Sonnen- und Mondfinsternisse sehr exakt voraussagen.
Auf der Weiterfahrt nach Ayola kommen wir an dem Tierrefugium Atinguy vorbei, in dem viele Vögel, Ameisenbären, Wildkatzen und ein Grauwolf gehalten werden. In einem großen
Gehege hat es viele Nandus, eine kleine Straußenart. Während der Tierarzt, ein Toyota-Fan, unser Auto bewundert, erfahren wir viel über die Aufzucht bedrohter Tiere.
Nach holpriger Fahrt erreichen wir Ayola und melden uns für die Tour durch das Kraftwerk Yacyreta, wo der Paraná mit einem 66 km langen Damm zu einem riesigen See aufgestaut
wurde. In der 800 m langen Turbinenhalle werden bei
Volllast 3200 MW erzeugt, das ist das dreifache des KKW Leibstadt. Paraguay bezieht nur 15% des Stroms, der Rest geht nach Argentinien.
Rechts und links der Straße nach Asunción erstrecken sich große Rinderfarmen und die Städte haben sich jeweils auf ein bestimmtes Handwerk spezialisiert: nach der Wollestadt
mit Schaffellen und
Hängematten, kommt die Schreiner-, dann die Fußballstadt mit Wänden aus Bällen neben der Straße.
Matestunde am Paraná
hat den Strand überschwemmt
Franziskanerkirche in Yaguarón
Gegensätze - Ochsenkarren...
...Supermarkt
aus den Behältern holt man sich das Brot und läßt es dann Abwiegen
Östlich von Asunción liegt der größte See Paraguays. An seinem Nordufer, in und um San Berhardino, haben sich viele deutschsprechende Auswanderer niedergelassen. Oberhalb
des Ortes, bei Marion und René, finden wir neben der Pastafabrik einen schönen Campingplatz mit herrlichem Seeblick.
Marion hat Konfitüre von den „schwarzen Kirschen“ gemacht, sehr lecker!
Yvapurú, sehen fast aus wie Kirschen aber wachsen am Stamm
Am Samstag nehmen sie uns zum Wochenmarkt mit: wir staunen, fast alle sprechen deutsch und wir können dunkles Brot, Kaffeestückchen und Thüringer Bratwurst kaufen. Dem schönen
Weizenbierglas mit dem Münchner Kindl kann ich auch nicht widerstehen.











