18.02.-05.03.2016
Nach der trockenen Steppe auf der Ostseite der Anden erscheinen nun immer mehr Bäume, anfangs noch verkrüppelt, später dann stattlichere Exemplare.
Manchmal müssen wir zu einem schönen Übernachtungsplatz schwimmen...
...und es braucht Hilfsmittel
für die Gefälle
Herrlich ist der Blick auf das enge Tal des türkisfarbenen Rio Baker. Direkt am Fluss liegt der Campingplatz von Don Hector mit der besten Dusche von Patagonien: mit Thermomischer und abnehmbarem Duschkopf.
Mich zieht es zum Fluss und nach 1½h beißt eine schöne Forelle. Wir genießen sie in Alufolie gewickelt vom abendlichen Lagerfeuer - lecker, lecker!
Vom Campingplatz aus sehen wir den lebhaften Verkehr auf der Carretera Austral. Viele Urlauber, aber auch riesige Lastwagen mit Anhängern, die Staubfahnen von mehreren 100m hinter sich herziehen. Entsprechend ist der Straßenzustand: teils Waschbrett mit tiefen Rillen, welches uns so durchschüttelt, so dass wir am Abend die Schrauben an unserem Aufbau kontrollieren müssen, oft können wir aber auch recht flott mit 40km/h fahren.
Mit Cochrane haben wir den südlichsten Teil unserer Reise erreicht und fahren nun auf der Carretera Austral wieder nach Norden.
Wasserfall des Rio Baker beim Zusammenfluss mit dem Rio Neff

Das Wetter ändert sich sehr schnell, nächtlicher Regen, Wolkenfetzen, dann wieder Sonne. Der Lago Carrera begrüßt uns mit Schaumkronen und einer Brandung wie am Meer. Die Zelte suchen Schutz hinter den Bretterwänden, aber wir stehen am Ufer mit Seeblick und der Wind schaukelt uns in den Schlaf. Plötzlich um Mitternacht lautes Knallen: verschlafen betrachten wir das tolle Feuerwerk - Puerto Rio Tranquilo feiert!
Südlich von Cerro Castillo ist die Carretera eine große Baustelle und vermutlich spätestens nächstes Jahr geteert.
Bei der Fahrt durch die Reserva National haben wir Glück: neben der Straße entdecken wir eines der seltenen Huemuls (Andenhirsch). Schnell staut sich der Verkehr wie im Yellowstone Park wenn Bisons die Straße überqueren.
Durch die Rüttelei auf der Carretera ist die Batteriehalterung gebrochen, die Polklemme hat sich unbemerkt gelöst und die Funken haben den Pol teilweise zerstört. Nur mit Tricks können wir das Auto noch starten.Nach einer kühlen Übernachtung auf 800m Höhe, am Morgen glänzt Raureif am Auto, erreichen wir die „Großstadt“ Coyhaique. Im Baumarkt gibt es kleinere Polklemmen mit denen die angeschlagene Batterie noch genutzt werden kann. Zur Sicherheit kaufen wir auch eine neue Bosch-Batterie. Nachdem der Taller Mechanico noch Löcher für die neue Batteriehalterung gebohrt hat, können wir das Städtchen und den Einkauf im großen Supermarkt genießen.

Ein seltsames Gefühl hier nach so vielen Kilometern Staubstraße einkaufen zu können wie zu Hause!
Und noch liegen ja ein paar 100km vor uns! Zunächst aber werden wir noch bis nach Puerto Cisnes mit Asphalt verwöhnt.

Die „alte“ Carretera Austral mit dichtem Regenwald links und rechts...
...und die „neue“
ohne RESTRICCIÓN

Nach heftigen Regenschauern lichtet sich der Himmel und im Nationalpark Ventisquero Colgante scheint die Sonne. Auf dem morastigen Weg zum Mirador springen wir nach dem Regen von Stein zu Stein, aber die Aussicht entschädigt für alles!
Carpintero Pescador (Specht)
Farnbäume,
Fuchsienbüsche und
Nalgastauden an der Straße

In den Termas del Ventisquero direkt am Fjord gönnen wir uns einen Ruhetag, baden abwechselnd in den heißen Quellen und im Meerwasser. Kein Wölkchen zeigt sich am Himmel und wir holen uns prompt einen Sonnenbrand, hier wo es normalerweise immer regnet...

Das geplante Frühstück in dem 1935 von Sudetendeutschen gegründete Puyuhuapi findet nicht im Café Rossbach, das existiert nicht (mehr), sondern in der Hosteria Alemana statt, mit leckerem Apfel- und Nusskuchen.
Von dem schönen Campingplatz im Park Pumalin haben wir eine herrliche Aussicht: von unserem „Schlafzimmer“ aus können wir die Vulkane Michinmahuida und Chaitén beobachten, der eine gletscherbedeckt, der andere dampfend.
Vulkane Michinmahuida
Vulkan Chaitén
Der Vulkan Chaitén brach 2008 aus und bedeckte den gleichnamigen Ort mit Asche.
Noch näher kommen wir ihm am nächsten Tag beim schweißtreibenden Aufstieg zum Kraterrand.
Abkühlung bringt dann das Bad im Pazifik am schwarzen Sandstrand von Santa Barbara.
Weiter nordwärts in Chile geht es ab hier nur mit Fähren. Wir aber folgen der einzigen Straßenverbindung über Argentinien durch das Tal des Rio Futaleufú.
Im unteren Abschnitt ist der Fluss ein Mekka der Wildwasserenthusiasten, überall werden Schlauchboot- und Kajakfahrten angeboten. An der chilenisch-argentinischen Grenze ist der Fluß nicht wiederzuerkennen: langsam und ruhig strömt er durch das weite Tal.












































