23.3.-27.4.2015
Bei unserem Besuch des ehemaligen Jesuitenklosters in Alta Gracia scheint noch die Sonne, aber auf dem Weg nach Cordoba und weiter Richtung Santa Fe begleitet uns Dauerregen.
Vor 2 Wochen war die Straße wegen Überflutung gesperrt und auch jetzt steht das Wasser stellenweise noch bis an den Fahrbahnrand. Auf den riesigen Soyafelder ist die Ernte zum Teil verloren.
In Santa Fe erreichen wir den Rio Paraná und nach dem Tunnel unter dem Fluss die Provinz Entre Rios. Sie wird auch das Mesopotamien Argentiniens genannt, weil sie zwischen dem Rio Paraná und dem Rio Uruguay liegt. Das erwartete Sumpfgebiet entpuppt sich aber als eine Kette von Hügeln. Erst weiter im Norden erstrecken sich große Sumpflandschaften.
Inzwischen hat sich die Sonne durchgesetzt und wir erleben im Nationalpark „El Palmar“ am Westufer des Rio Uruguay einen phantastischen Sonnenuntergang.
Entre Rios ist bei den Campern wegen seiner peniblen Polizeikontrollen berüchtigt und die Autobahn nach Norden wird auch „Via corrupta“ genannt. Bei den häufigen Kontrollen müssen wir jedes Mal die Versicherungsunterlagen zeigen, aber die Polizisten verhalten sich korrekt.
Zwischen Concordia in Argentinien und Salto in Uruguay ist der Rio Uruguay zu einem riesigen See aufgestaut worden. An seinem Ufer finden wir ein schönes Plätzchen und genießen die hochsommerlichen Temperaturen. Trotz des schönen Wochenendes und dem Anfang der Semana Santa sind wir fast allein auf den Campingplatz.
Bei unserer Einreise nach Uruguay erhalten wir problemlos die 1-jährige Aufenthaltsfrist für unser Auto. Nach dem Einkauf in Salto steuern wir die Termas de San Nicanor an
und finden noch einen Schattenplatz auf dem schönen Camping. Bei Tagestemperaturen von fast 30º sind die Thermalbecken mit 36º nicht sehr attraktiv. Kaum geht die Sonne unter, kühlt es merklich ab und die Becken füllen
sich mit Badenden. Doch gegen Mitternacht sind wir allein und genießen den imposanten Sternenhimmel.
Mit umgerechnet US$28 pro Nacht ist das Campieren und Baden hier nicht ganz billig, zudem füllt sich der Camping zum Osterwochenende hin. So fahren wir am Nachmittag weiter und finden einen schönen Platz in der Pampa. Ein Abendessen unter freiem Himmel bei Mondschein ohne Lichter ist immer wieder ein ganz besonderes Erlebnis!
In den angepeilten Termas de Guaviyú ist die Hölle los: auf dem Campingplatz, den wir im Juni vor 4 Jahren fast für uns allein hatten, stehen Hunderte Zelte und in den Badebecken
ist das Wasser vor Menschen kaum zu sehen!
Unser Osterwochenende haben wir uns anders vorgestellt!
In Nuevo Berlin werden wir fündig. Zwar ist der Platz am Rio Uruguay auch gut besucht, aber wir finden noch eine Lücke mit Blick auf den Fluss. Strom, Wasser und sogar die
Duschen sind gratis, wir staunen. Am Abend besuchen wir ein Konzert mit uruguayischen Liedern im nahen Pavillon. Schon am nächsten Tag reisen viele ab und an Ostern stehen wir fast alleine am Fluss. Wir sind 200km flussaufwärts
vom Mündungsgebiet in den Rio de la Plata und doch macht sich hier der Einfluss der Gezeiten noch bemerkbar: plötzlich fließt der Fluss nach Norden und am nächsten Morgen stehen die Wiesen unter Wasser, um über 1m ist
der Rio Uruguay gestiegen!
Wo können wir unseren Toyota bis im Januar 2016 unterstellen? Schon bei der ersten Adresse nahe Colonia finden wir einen sicheren Abstellplatz unter einem Blechdach.
Entspannt spazieren wir durch das hübsche Colonia mit seinen kopfsteingepflasterten Strassen.
Wir übernachten beim Museum von Emilio. Er sammelt Aschenbecher, Parfümfläschchen und natürlich Bleistifte. Über 16000 Stück schmücken die Wände, damit ist ihm der jährliche
Eintrag ins Guiness-Buch sicher.
Nueva Helvecia wurde um 1860 von Schweizern gegründet und viele Häuser sind auch heute noch mit Kantonswappen geschmückt. Im Hotel Suizo können wir unter Eukalyptusbäumen
mit Papageiennestern campieren.
Immer entlang der Nordküste des Rio de la Plata fahren wir ostwärts. Unser „alter“ Platz von vor 14 Monaten vor den zumeist unbewohnten Ferienhäusern ist immer noch wunderschön. Wir genießen einige Tage am Strand bevor wir zum Campingplatz „Paraiso Suizo“ fahren.
Hier treffen wir andere Reisende und staunen über die 31 Wohnmobile, die über den Winter abgestellt sind.
So langsam wird es auch für uns Zeit die Koffer zu packen. Wie können wir die weichen Dulce-de-Leche-Becher mitnehmen ohne das sie verdrückt werden? Sie finden in einem abgesägten Kunststoffrohr Platz!
So langsam wird es auch für uns Zeit die Koffer zu packen. Wie können wir die weichen Dulce-de-Leche-Becher mitnehmen ohne das sie verdrückt werden? Sie finden in einem abgesägten Kunststoffrohr Platz!
Zurück am Auto-Überwinterungsort stellen wir den Toyota auf Holzpflöcke um die Reifen zu schonen. Schnell sind die Formalitäten erledigt und Christian führt uns zum Fährterminal
in Colonia. Nun heißt es Warten, denn erst um 4.30 Uhr morgens legt die Fähre ab. Zur Belohnung erleben wir einen tollen Sonnenaufgang vor der Skyline von Buenos Aires.
Die Stadt empfängt uns mit Lärm und Hektik, aber schnell finden wir uns wieder zurecht und bummeln durch die Straßen. Rasch verfliegen die 2 Tage und schon stehen wir am Flughafen.
Nach einem ruhigen Flug über Sao Paulo erreichen wir Zürich bei sommerlichen Temperaturen. Der abgemachte Treffpunkt entpuppt sich als Baugrube. Doch Roman schaltet schnell und holt die zwei ratlosen Reisenden vor der Absperrung ab.
Nach 8 Monaten in Südamerika sind wir wieder Daheim.


















