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26 Nach Cartagena

21.02.-30.03.2017

Endlich haben wir die Verschiffung des Autos für den 23.März gebucht und können weiterfahren.

Vom Campingplatz aus hatten wir schon bei schönem Wetter den Peñon de Guatapé, einen großen Granitfelsen, in der Ferne erahnen können. Nun stehen wir auf dem Parkplatz und sind bereit ihn auf 650 schweißtreibenden Stufen zu erklimmen.




Von oben geht der Blick weit über die hügelige Landschaft und den verästelten Stausee. Die vielen Hotels und die großen Marinas voller Motorboote werden während der Sommermonate für viel Betrieb sorgen. Jetzt herrschen hier auf 2000m frühlingshafte Temperaturen und nur in dem hübschen Kolonialstädtchen Guatapé ist etwas los.

 














Berühmt ist Guatapé für seine bemalten Reliefs mit Szenen aus dem Landleben, genannt Zócalos


Langsam wird es wärmer auf unserer Fahrt hinunter zum Rio Claro. Das Naturschutzgebiet am glasklaren, kühlen Fluss ist ein weiteres beliebtes Ausflugsziel zwischen Medellin und Bogota. Hier auf 600m sind endlich wieder kurze Hosen und Badesachen angesagt. Beim Treibenlassen im Fluss können wir Tukane und andere bunte Vögel beobachten.

 
 















So kommen die Affen
sicher über die 4-spurige
Autobahn



Bis zur Karibikküste sind es noch etwa 1000 heiße Kilometer. In 3 Tagen fahren wir durch die halbtrockene Landschaft zwischen Rio Magdalena und dem Grenzgebirge zu Venezuela. Nur 10km von der Grenze entfernt liegt eine der größten Steinkohleminen der Erde. Über die eigens gebaute Bahnlinie und den Hafen exportiert Kolumbien seine Kohle auch nach Europa.

  
 Am Straßenrand hat es 
überall diese „Tankstellen“, 
billiges Benzin aus Venezuela



Je weiter nördlich wir fahren desto trockener wird die Landschaft. Auf der windigen Guajira-Halbinsel wachsen dann nur noch Stachelbüsche und Kakteen. In Rio Hacha erreichen wir das karibische Meer. Aus den geplanten Strandtagen wird aber nichts: der Wind, die stinkende Lagune und die ärmliche Umgebung lassen uns weiterfahren zum Campingplatz Los Angeles nahe dem Nationalpark Tayrona.
 

 





















Hier campieren wir unter Kokospalmen und genießen die gute Infrastruktur. Das Meer ist allerdings sehr rau und große Schilder warnen vor dem Schwimmen. Nur in der nahen Lagune wäre Baden möglich, doch dort warten scheinbar die Krokodile...









Mit dem Bus besuchen wir Santa Marta, die älteste spanische Stadt in Südamerika. Aber nur noch im Zentrum finden wir Reste der Kolonialarchitektur.



 











Auf der Küstenstraße fahren wir durch das Mündungsgebiet des Rio Magdalena nach Cartagena. Der berühmte Schlammvulkan El Totumo sieht eindrucksvoll aus, verführt uns aber nicht zu einem Schlammbad.


 










In Cartagena lassen wir uns auf dem Parkplatz des Hotels Bellavista nieder. Nach den vielen negativen Berichten sind wir jedoch positiv überrascht: schmutzig, staubig und heiß, ja das stimmt, aber WC, Dusche und Wifi funktionieren. Und wir können zu Fuß in die Altstadt und zum Supermarkt laufen. Nach und nach gewöhnen wir uns auch an die 35°C am Tag und die 27°C nachts. Meist geht ein kräftiger Wind, der Sand und Salz vom 100m entfernten Strand herüberweht. Nach wenigen Tagen sieht das Auto wie paniert aus...






















Das koloniale Cartagena gefällt uns gut, leider drücken sich Autos durch fast alle Gässchen und die Fußgänger müssen sich das schmale Trottoir mit den Obst- und Gemüsehändlern teilen.

 






























Mitte März erleben wir den Cartagener „Karnevalsumzug“ bei der die kolumbianische Schönheitskönigin gewählt wird.











































































 





Im Museo de Oro in Cartagena

















Nach fast 3 Wochen auf dem Campingplatz wird es ernst: am 1.Tag müssen wir zum Zoll und das Auto abliefern. Leider ist der zuständige Inspektor abwesend und wir müssen am Nachmittag nochmal für die Unterschrift erscheinen. Das wird dann im Stehen auf einem Mäuerchen erledigt! Am nächsten Tag findet die Drogenkontrolle statt: der junge Polizist ist erbost, weil ich nicht die gesamte Camperausrüstung neben dem Auto in den Dreck lege. Er kennt kein Erbarmen, durchforstet alles im Auto und hinterlässt ein Chaos. Als auch der Drogenhund nicht fündig wird, darf ich wieder einräumen. Nach 4h ist die Kontrolle überstanden und das Auto wird versiegelt. Na dann, gute Reise!

Am nächsten Morgen fliegen wir nach Bogota. Frisch ist es hier auf 2700m. Wir besuchen das eindrucksvolle Museo de Oro, das Goldmuseum. Unglaublich was für Schätze hier ausgestellt sind.







































In einer Sonderausstellung über die Molas erfahren wir wie diese aufwändigen Näharbeiten von den Bewohnern der San Blas Inseln hergestellt werden.















Am 29.März nehmen wir Abschied von Südamerika. Wir freuen uns auf zuhause, aber mit Wehmut denken wir daran, dass dies nun wohl endgültig das Ende unserer Südamerikareisen sein wird.



Nach Cartagena.pdf


25 Durch den Süden Kolumbiens

10.01.-20.02.2017

Schnell ist die Ausreise aus Ecuador erledigt, dafür geht es bei der Einreise nach Kolumbien nur mühsam voran. Die lange Schlange beim Passstempeln nehmen wir noch gelassen hin, der Autoimport aber wird zur Bürokratie-Satire: wo müssen wir hin, keiner weiß was Genaues, endlich öffnet sich die rote Tür und wir geben unsere Dokumente ab. Dann im strömenden Regen zurück zum Auto, Motorhaube auf, ein Herr paust die Chassisnummer mit einem Klebestreifen ab. Nun heißt es ohne Versicherung keine Einreise! Wir ziehen los und erfahren je älter das Auto desto teurer und je länger die Versicherungsdauer desto höher die Monatsprämie! Wir schließen für 2 Monate für US$ 42 ab. Zurück zum Zoll, nun müssen wir noch Kopien vom Einreisestempel im Pass, von allen Fahrzeugpapieren und von dem Versicherungsausweis machen, also zurück zum Kopiergerät bei der Versicherung. Schließlich erhalten wir die Importacion Temporal für 3 Monate auch mit nur 2 Monaten Versicherung...
Im Supermarkt in Ipiales stehen wir etwas ratlos vor den drei Geldautomaten, zwei verweigern uns Geld, erst der Dritte rückt nach mehreren Versuchen, nur kurzes Zögern bei der Eingabe führt zum Abbruch, 600'000 Pesos Colombianos, ca. 220 €, gegen Kommission heraus. Nun müssen wir wieder den Umgang mit großen Scheinen lernen!










Wir fahren auf den bewachten Parkplatz des Teleférico, der hinunter nach Las Lajas, der berühmtesten Pilgerstätte des Landes, führt. Hier dürfen wir übernachten und haben sogar Wifi. Am nächsten Morgen bringt uns die Gondel in 20 Minuten zu der neugotischen Kirche, die anfangs des letzten Jahrhunderts über der Schlucht erbaut wurde.










Grüne steile Berge und tiefe Täler begleiten uns auf der Weiterfahrt nach Pasto. Die Lubrillantas del Sur ist eine Werkstatt wie von Daheim gewohnt, Abschmieren, Öl- und Filterwechsel sind mal wieder fällig.
Grob wird Kolumbiens Geographie durch 3 Gebirgszüge und die dazwischen von Süden nach Norden entwässernden Flüsse bestimmt: westlich des Amazonasgebiets erhebt sich die Cordillera Oriental. Der Rio Magdalena und der Rio Cauca begrenzen die Cordillera Central im Osten bzw. im Westen. 
Die Gebirgskette entlang des Pazifiks heißt Cordillera Occidental.

 










Wir lieben die Maracuyas, Passionsfrüchte,
hier heißen sie Grenadinas!










Kurvenreich geht es hinauf in die Cordillera Central zur Laguna de la Cocha, einem großen See auf 2800m.
Auf dem Parkplatz beim Chalet Guamuez dürfen wir, wenn wir Abendessen, gratis übernachten.

Hier genießen wir einige ruhige Tage bevor wir die Hauptstraße Nr. 10, den berüchtigten Trampolin de la Muerte, unter die Räder nehmen. Den Namen hat die Straße wegen ihrer vielen Kurven und des schlechten Zustands erhalten. Sie führt außerdem durch eines der letzten Rückzugsgebiete der kolumbianischen Guerilla, soll aber jetzt sicher sein. Nicht nur hier sondern im ganzen Land kommen wir immer wieder an Straßensperren des Militärs oder der Polizei. Meist werden wir mit Daumen hoch freundlich durchgewunken.
Bis zum Ort San Francisco ist die Straße geteert, danach Piste. In vielen Kehren holpern wir zunächst auf 3200m, dann wieder hinunter auf 1600m. Hier sind zwei Autos zusammengekracht und wir warten in einer langen Schlange. Die Kolumbianer sehen das sehr gelassen, fragen uns woher, wohin und bewundern unser Auto. Bei der Besichtigung können sie fast nicht glauben, dass wir keinen Fernseher haben.
Nach 1½ Stunden geht es weiter, wieder hinauf, viele Lastwagen und Pickups deren Ladeflächen voll besetzt sind.

Frailejones wachsen erst ab ca. 3000m







Nach 3 Stunden kommen wir in dichten Nebel und es beginnt zu regnen. Wir versuchen mit den Lastwagen Schritt zu halten damit wir uns an ihre Rücklichter „hängen“ können. Im 15km/h-Tempo kriechen wir ins Einzugsgebiet des Amazonas. Nach fünf anstrengenden Stunden übernachten wir in 650m Höhe in Mocoa, es ist sehr heiß und schwül, da genießen wir das kalte Bier aus dem Kühlschrank ganz besonders!

 














 



























Auf guter Straße fahren wir durch Dschungel mit vielen Farnbäumen über einen Pass nach San Agustin auf 1800m Höhe. Hier in der berühmtesten archäologischen Stätte Kolumbiens treffen wir wieder auf Touristen aus aller Welt.






 


 












Auf gepflegten Wegen wandern wir zu den eindrucksvollen Steinskulpturen mit den seltsamen Fratzen. Erstaunlich wie wenig noch über diese Kultur bekannt ist!














 
























Unser nächstes Nachtquartier schlagen wir in einem Restaurante Campestre in den westlichen Ausläufern der Cordillera Oriental bei Neiva auf. Diese Wochenend-Ausflugsziele findet man überall in der Nähe der größeren Städte, unter der Woche sind sie leer. Neben dem großen Platz fließt ein klarer kühler Bergbach, der zu kleinen Badetümpeln aufgestaut ist. Nach der langen Fahrt genießen wir das erfrischende Bad. Gegen Mitternacht fängt es an zu tropfen, der Regen steigert sich und trommelt schließlich mit ungeheurer Wucht auf unser Dach. Am Morgen hat sich unser Bach in einen reißenden braunen Fluss verwandelt, hat Teile des Areals überschwemmt und die Staudämme weggerissen! Immer mehr Menschen aus dem Dorf bestaunen die Fluten. Schnell sollen wir den Platz verlassen, es drohe eine Schlammlawine. Nur wenige Kilometer weiter hört der Regen auf.






 Endlich Frieden!?


Ob die Warnung etwas nützt?









Auch in der Halbwüste Tatacoa ist es bewölkt und wir sind froh nicht bei 50 Grad gebraten zu werden. Wir klettern durch die eigenartige, an die Badlands in den USA erinnernde, Erosionslandschaft.

















Auf einer holprigen Piste kürzen wir den Weg nach Norden ab, und überqueren auf der alten Eisenbahnbrücke den mächtigen Rio Magdalena.


 Übernachtung an der vielbefahrenen „La Linea“

Die Lastwagenfahrer dürfen am Sonntag erst ab 22 Uhr fahren, starten dann aber schon gegen 18 Uhr...

Kolumbien ist ja vor allem wegen seines guten Kaffees berühmt und um in das Anbaugebiet zu kommen, müssen wir wieder die Cordillera Central überqueren, diesmal von Ost nach West. Auf unzähligen Kurven kriechen wir in die Berge. Die Straße verbindet die Hauptstadt Bogota mit Cali und dem pazifischen Hafenort Buenaventura. Entsprechend dicht ist der Verkehr, fast 90% Lastwagen, die sich im Schneckentempo bewegen. Geht es aber einige 100m bergab wird auf Biegen und Brechen überholt. Die Ergebnisse stehen als Wracks am Straßenrand.





Am Plaza in Salento




Bei dem Kolonialstädtchen Salento liegt das Valle de Cocora mit seinen berühmten Wachspalmen. Der Nationalbaum Kolumbiens wird bis zu 60m hoch und wächst nur in Höhen von 2500 bis 3500m.














Von unserem Campingplatz aus können wir nicht nur das Wechselspiel von Sonne und Nebel wunderbar beobachten, sondern auch einen Condor, der majestätisch seine Kreise zieht.







































Leckere Forelle a la Plancha, „mit dem Bügeleisen“

 






Auf der Hacienda Guayabal wollen wir uns in die Geheimnisse des Kaffeeanbaus einweihen lassen. Auf einem mehrstündigen Rundgang lernen wir alles über die Kaffeepflanze Arabica, deren Pflege, die Ernte und die Weiterverarbeitung. Bei der Degustation scheiden sich die Geschmäcker: in Kolumbien wird er schwarz, eventuell mit etwas Zucker getrunken, wir bevorzugen den Kaffee mit Milch.

 
























Am Rio Cauca entlang fahren wir Medellin zu. Die berüchtigte Hauptstadt des Drogenkartells hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Gab es mal jeden Tag mehrere Morde, macht die Stadt heute einen sicheren und geschäftigen Eindruck. Die Hauptattraktion Medellins sind die Plastiken von Botero, dem bekanntesten Künstler des Landes.











Die Friedenstauben, das Original links wurde durch einen Bombenanschlag zerstört

















































Von der Stadt auf 1500m, mit meist frühlingshaften Temperaturen, klettern wir zu dem kühlen Campingplatz auf 2600m hinauf. Hier haben wir gute Internetverbindung und holen erste Offerten für die Rückverschiffung nach Europa ein. Zum Besichtigen und Einkaufen in Medellin benutzen wir die sauberen öffentlichen Verkehrsmittel, mal die Gondelbahn, mal den Bus.


Durch den Süden Kolumbiens.pdf