21.02.-30.03.2017
Vom Campingplatz aus hatten wir schon bei schönem Wetter den Peñon de Guatapé, einen großen Granitfelsen, in der Ferne erahnen können. Nun stehen wir auf dem Parkplatz und sind bereit ihn auf 650 schweißtreibenden Stufen zu erklimmen.

Von oben geht der Blick weit über die hügelige Landschaft und den verästelten Stausee. Die vielen Hotels und die großen Marinas voller Motorboote werden während
der Sommermonate für viel Betrieb sorgen. Jetzt herrschen hier auf 2000m frühlingshafte Temperaturen und nur in dem hübschen Kolonialstädtchen Guatapé ist etwas los.
Berühmt ist Guatapé für seine bemalten Reliefs mit Szenen aus dem Landleben, genannt Zócalos
Langsam wird es wärmer auf unserer Fahrt hinunter zum Rio Claro. Das Naturschutzgebiet am glasklaren, kühlen Fluss ist ein weiteres beliebtes Ausflugsziel zwischen Medellin und
Bogota. Hier auf 600m sind endlich wieder kurze Hosen und Badesachen angesagt. Beim Treibenlassen im Fluss können wir Tukane und andere bunte Vögel beobachten.
So kommen die Affen
sicher über die 4-spurige
Autobahn
Bis zur Karibikküste sind es noch etwa 1000 heiße Kilometer. In 3 Tagen fahren wir durch die halbtrockene Landschaft zwischen Rio Magdalena und dem Grenzgebirge zu Venezuela. Nur 10km von der Grenze entfernt liegt eine der größten Steinkohleminen der Erde. Über die eigens gebaute Bahnlinie und den Hafen exportiert Kolumbien seine Kohle auch nach Europa.
Am Straßenrand hat es
überall diese „Tankstellen“,
billiges Benzin aus Venezuela
Je weiter nördlich wir fahren desto trockener wird die Landschaft. Auf der windigen Guajira-Halbinsel wachsen dann nur noch Stachelbüsche und Kakteen. In Rio Hacha erreichen wir
das karibische Meer. Aus den geplanten Strandtagen wird aber nichts: der Wind, die stinkende Lagune und die ärmliche Umgebung lassen uns weiterfahren zum Campingplatz Los Angeles nahe dem Nationalpark Tayrona.
Hier campieren wir unter Kokospalmen und genießen die gute Infrastruktur. Das Meer ist allerdings sehr rau und große Schilder warnen vor dem Schwimmen. Nur in der nahen Lagune wäre Baden möglich, doch dort warten scheinbar die Krokodile...
Mit dem Bus besuchen wir Santa Marta, die älteste spanische Stadt in Südamerika. Aber nur noch im Zentrum finden wir Reste der Kolonialarchitektur.
Auf der Küstenstraße fahren wir durch das Mündungsgebiet des Rio Magdalena nach Cartagena. Der berühmte Schlammvulkan El Totumo sieht eindrucksvoll aus, verführt uns aber nicht zu einem Schlammbad.

In Cartagena lassen wir uns auf dem Parkplatz des Hotels Bellavista nieder. Nach den vielen negativen Berichten sind wir jedoch positiv überrascht: schmutzig, staubig und heiß,
ja das stimmt, aber WC, Dusche und Wifi funktionieren. Und wir können zu Fuß in die Altstadt und zum Supermarkt laufen. Nach und nach gewöhnen wir uns auch an die 35°C am Tag und die 27°C nachts.
Meist geht ein kräftiger Wind, der Sand und Salz vom 100m entfernten Strand herüberweht. Nach wenigen Tagen sieht das Auto wie paniert aus...
Das koloniale Cartagena gefällt uns gut, leider drücken sich Autos durch fast alle Gässchen und die Fußgänger müssen sich das schmale Trottoir mit den Obst- und Gemüsehändlern teilen.
Mitte März erleben wir den Cartagener „Karnevalsumzug“ bei der die kolumbianische Schönheitskönigin gewählt wird.


Im Museo de Oro in Cartagena

Nach fast 3 Wochen auf dem Campingplatz wird es ernst: am 1.Tag müssen wir zum Zoll und das Auto abliefern. Leider ist der zuständige Inspektor abwesend und wir müssen am Nachmittag nochmal für die Unterschrift erscheinen. Das wird dann im Stehen auf einem Mäuerchen erledigt! Am nächsten Tag findet die Drogenkontrolle statt: der junge Polizist ist erbost, weil ich nicht die gesamte Camperausrüstung neben dem Auto in den Dreck lege. Er kennt kein Erbarmen, durchforstet alles im Auto und hinterlässt ein Chaos. Als auch der Drogenhund nicht fündig wird, darf ich wieder einräumen. Nach 4h ist die Kontrolle überstanden und das Auto wird versiegelt. Na dann, gute Reise!
Am nächsten Morgen fliegen wir nach Bogota. Frisch ist es hier auf 2700m. Wir besuchen das eindrucksvolle Museo de Oro, das Goldmuseum. Unglaublich was für Schätze hier ausgestellt sind.
In einer Sonderausstellung über die Molas erfahren wir wie diese aufwändigen Näharbeiten von den Bewohnern der San Blas Inseln hergestellt werden.
Am 29.März nehmen wir Abschied von Südamerika. Wir freuen uns auf zuhause, aber mit Wehmut denken wir daran, dass dies nun wohl endgültig das Ende unserer Südamerikareisen
sein wird.






















































