Anleitung


Die Berichte selbst sind zusätzlich als PDF-Dateien abgelegt. Drückt auf den Dateinamen unter dem Bericht, dann öffnet sich eine Vorschau mit schlechter Auflösung. (Allerdings müsst Ihr dazu bei Google angemeldet sein. Ich habe leider keinen Weg ohne Anmeldung gefunden!)
Um den PDF-File in guter Qualität zu erhalten, müsst Ihr die Datei noch herunterladen.

21 Südwärts fliegen, nordwärts fahren

30.08.-21.10.2016

Und schon wieder warten wir am Flugplatz auf unseren Flieger nach São Paulo und weiter nach Montevideo. Wie schnell sind die 3½ Monate zu Hause vergangen!
20 Stunden später erreichen wir Montevideo. In gut 3 Stunden bringt uns ein komfortabler Bus nach Colonia und gegen 19 Uhr können wir schließlich unser Gepäck in unseren Toyota einladen. Todmüde fallen wir ins Bett.

Den nächsten Tag verbringen wir mit Auf- und Einräumen, vieles ist uns vertraut, einiges haben wir verlernt! Über Nacht laden wir die Batterien auf, der Toyota springt an und schon sind wir unterwegs.








 





Via Nuevo Berlin und den Termas de Guavijú fahren wir in den Norden Uruguays. Es regnet und ist recht kühl, noch schlagen uns die Daheimgebliebenen bei den Temperaturen um Längen! In den Termas de Arapey wärmen wir uns auf.


 

Lärmige Papageien








Einfahrt von Yapeyú,
dem Geburtsort von San Martin, dem Freiheitsheld Argentiniens







Nach einer kurzen Fahrt durch Brasilien (unbürokratisch, ohne Stempel im Pass) überqueren wir den Rio Uruguay nach Argentinien und einen Tag später den Rio Parana nach Paraguay.






















Unterbodenwäsche vor dem Weg in die Werkstatt




Im schönen Parque Manantial in Hohenau ruhen wir uns einige Tage aus, lassen das Auto warten und genießen die sommerlichen Temperaturen.


Fachmännischer Blick unter die Haube















Der 1966er VW-Transporter ist in einem sehr guten Zustand


















Frühling




















































Holzspielzeug-
Verkauf am
Straßenrand






  








Metzgerei

















Auf dem Weg ins Pantanal übernachten wir in Bonito als Einzige auf dem großen Campingplatz. Das Gezeter der Vögel weckt uns am Morgen und im Pijama beobachten wir Papageien, Tukane und viele andere Schreihälse.




































































Blätterlose Bäume blühen
in vielen Farben















































                    Die Mangos sind erst in 3 Monaten reif





Bei fürs Pantanal erträglichen Temperaturen um die 35°C fahren wir auf die Estrada do Parque. Die Straße verläuft durch den südlichen Teil des Sumpfgebietes über ca. 70 Brücken. Neben den vielen Vögeln sind die Kaimane die Hauptattraktion. Faul liegen sie am Wasser, erst beim Näherkommen erwachen sie zum Leben und verschwinden blitzschnell in der braunen Brühe.
































































































Den Einkauf in Corumbá und den Grenzübertritt nach Bolivien erledigen wir noch am Vormittag und erreichen schon gegen Abend den großen Thermalsee bei Aguas Calientes. Trotz der Hitze ist das 40°C heiße Wasser erfrischend! Vor dem Zubettgehen liegen wir in der kilometerlangen „Badewanne“ und bestaunen den imposanten Sternenhimmel, dabei entpuppen sich die vielen blinkenden Sterne als Leuchtkäfer.




























Über 600km führt 
die Bahnlinie

von der Grenze 
nach Santa Cruz


















Auch bei 35°C tragen
die Mennoniten
 ihre typische Kleidung















Camping unterm Stachelbaum


















Die Jesuitenmission in 
San José de Chiquitos






















In San José de Chiquitos starten wir zur Missionsroute: vor mehr als 250 Jahren haben Jesuiten die Eingeborenen missioniert und eindrucksvolle Kirchen hinterlassen. Die ersten 200 km sind zum Teil übele Piste und je nach Wetter staubig oder matschig. Glücklicherweise hält sich der Staub in Grenzen, da es am Vortag geregnet hat. Erst am Ende der ersten Etappe hat ein Wolkenbruch die Straße so aufgeweicht, dass wir nur mit 4x4 und im Kriechgang weiterkommen. Die restlichen 400 km bis nach Santa Cruz sind dann überwiegend geteert. Aber das Gerüttel hat Spuren hinterlassen: der mittlere Teil des Auspuffs ist auf der Strecke geblieben und eine der Batterien hat sich losgerissen!














San Rafael de Velasco





























 San Miguel de Velasco










































































  Auch die Erdstraßen kosten Maut






                        Grill mit Motor oder 
                        Motorrad mit Grill?



In Santa Cruz finden wir einen Mechanico und machen einen Termin ab für 8Uhr am nächsten Morgen. Wir übernachten an einer Erdstraße außerhalb. Gegen 7Uhr früh beginnt ein Gewitter, die Erdstraße wird unpassierbar und wir müssen warten. Nachdem einige PKW vorbeigeschlichen sind, fassen wir uns ein Herz und kriechen erfolgreich durch den Schlamm zurück zum festen Untergrund. Mit nur 1h Verspätung erreichen wir die Werkstatt, aber kein Mechanico weit und breit. Der Regen macht alle Termine gegenstandslos! Nach 2h, wir suchen gerade nach einer anderen Werkstatt, erscheint er doch noch und beginnt mit der Arbeit. Fachgerecht verschweißt er das auf dem nahen Schrottplatz abgesägte Rohr.

Aber ein Unglück kommt selten allein: kaum ist die Arbeit beendet, hat das rechte Hinterrad einen Plattfuß. Per Taxi fahren wir mit dem Rad zur nächsten Gomeria, dem Reifenflicker. In einer viertel Stunde ist das Rad geflickt, aber kein Taxi nimmt uns mit zurück. Also rollen wir das Rad über die 4-spurige Straße und balancieren über den Abwasserkanal zurück zum Auto. Frisch bereift holen wir uns im Supermercado ein gegrilltes Hähnchen, das haben wir uns wahrhaftig verdient!








Bolivianisches Asado:
Fleisch vom Rind, Schwein und Huhn
Tomaten-Paprika-Salat
Reis und Maniok





































































Das letzte brasilianische Bier



                                                      Für € 3 kaufen wir einen ganzen Strunk, das reicht für 10 Tage


Nach 2 sonnigen Tagen im tropischen Villa Tunari beginnen wir unsere Fahrt ins kühlere Hochland. Bei dichtem Nebel und Dauerregen überqueren wir den 3700m hohen Pass nach Cochabamba. Hier auf 2500m sind die Nächte wieder ohne Moskitos und angenehm kühl. Nach 5 Akklimatisierungstagen erreichen wir dann das Altiplano auf 4000m, schnappen zwar etwas nach Luft, schlafen aber sehr gut.







Die Christusstatue
 „Cristo de la Concordia“
 thront über Cochabamba





































Kirche in Sica Sica, eine der ältesten in Bolivien






Allgegenwärtig,


es lebe Evo Morales




    La Paz












Während unser Auto in La Paz in der Werkstatt von Ernesto Hug kontrolliert wird, schlendern wir über die kilometerlangen Märkte, kaufen Souvenirs und betrachten die Stadt aus der Gondelbahn von oben.







































































Südwärts fliegen, nordwärts fahren.pdf

20 Zurück zum Rio de la Plata

19.04.-13.05.2016

Auch nach 5 Tagen ist der Pass nach Argentinien immer noch geschlossen, 650 Lastwagen warten auf der anderen Seite und hier in Chile sicher nicht weniger. Ab Dienstag verspricht der Wetterbericht Sonne und tatsächlich am Mittag wird der Pass geöffnet, mit Ketten-Mitführpflicht, aber das sehen sie hier nicht so eng!

 





Am Mittwoch hat dann das Chaos nach der Öffnung etwas nachgelassen. Die Lastwagen kriechen in beiden Richtungen über die berühmten 29 Haarnadelkurven, und wir mittendrin. Der Regen hat viele Steine auf die Fahrbahn gespült und manchmal herrscht Einbahnverkehr. Auf der Passhöhe von 3185m wurde gepflügt, am Rand liegen etwa 10-15cm Schnee, aber die Straße ist überwiegend trocken.


















Nach knapp 4 km durch den Tunnel schnappen wir nach frischer Luft. Wir haben’s geschafft!





















Der Aconcagua hüllt sich in Wolken, aber an der Puente del Inca scheint die Sonne. Wir machen uns auf eine langwierige Grenzabfertigung gefasst, doch nach einer halben Stunde ist alles erledigt, sogar ohne Lebensmittelkontrolle.

















 





Vor Uspallata fahren wir an einer kilometerlangen Lastwagenschlange vorbei, alle warten auf die Abfertigung.

 








Unter herbstfarbenen Pappeln übernachten wir auf dem Camping Municipal mit Blick auf die schneebedeckten Anden.




Wir fahren südlich an Mendoza vorbei auf die Autobahn nach San Luis, da hören wir ein Geräusch als ob ein Nagel im Reifen steckt. Auch nach mehrfacher Kontrolle finden wir nichts, doch Halt, was ist das? Eine Radmutter ist nicht ganz angezogen und beim Nachziehen dreht sie durch! Und eine zweite ebenfalls! So können wir nicht weiterfahren!
Einige 100m vor uns stehen Polizeiautos und nehmen einen Unfall auf, ein Pickup hat sich überschlagen. Langsam fahren wir dorthin und bitten um Hilfe. Der Herr vom Autobahndienst begreift schnell und meint der Abschleppdienst hole zuerst den verunfallten Pickup und dann uns. Wir warten Stunde um Stunde. Neben uns rauschen die argentinischen und brasilianischen Lastwagen vorbei, diese Autobahn ist die Hauptroute nach Chile. Als es dunkel wird, sind wir sehr froh, dass der Wagen des Autobahndienstes mit seinen Blinklichtern hinter uns steht! Endlich sind wir dran, schnell ist der Toyota aufgeladen und der junge Mann fährt uns 25km weit zu einer Werkstatt „con un bueno mechanico“. Dort erwarten sie uns schon. Im Schein von Autoscheinwerfern wird das Rad demontiert und der Schaden begutachtet: alle Radschrauben sind mehr oder weniger locker und ausgeschlagen! Die „Ripio“-Straßen lassen grüßen! Der Chefe will am nächsten Tag sowieso nach Mendoza und will sehen was sich machen lässt.

Wir dürfen auf dem Hof übernachten, im Schein der Taschenlampe werden wir in die WC-Benutzung mit Wassereimern eingewiesen und bekommen Strom. Die LKW-Werkstatt ist ein Familienbetrieb: der sympathische 50.-jährige Chef mit seinen 10 Söhnen. Der Älteste führt uns über das Areal: stolz zeigt er einen alten DKW, einen 2-Takter mit 3 Zylindern und im Schweinestall aus Paletten sind gestern 5 Ferkel geboren worden. 



Am Nachmittag holt er uns noch leckere Trauben von ihrem Weinberg. Aber bei unserem Rad tut sich an diesem Tag nichts, wir erfahren nur, dass alles gut wird...








Samstagmorgen, müssen wir vielleicht doch das ganze Wochenende hier warten? Gegen 10 Uhr erscheint der Chef und präsentiert uns stolz die reparierte Radhalterung. Zur Sicherheit werden die Schrauben noch verschweißt. Sorgfältig montiert er die Teile und gegen Mittag sind wir reisefertig. Zum Abschied schenkt er uns noch 4 Flaschen Wein, Mandeln und getrocknete Pflaumen, alles aus der Region.
Bei der Weiterfahrt merken wir, wir hatten Glück im Unglück: weiter östlich gibt’s kaum noch Dörfer, nur noch Pampa bis San Luis.









In den nächsten Tagen folgen wir der Route vom vergangenen Jahr. Nebel mit 20m Sicht empfängt uns beim Aufstieg über die Sierra Grande westlich von Cordoba. Am Pass auf 2200m Höhe herrscht dichtes Schneetreiben. Auch hier schlägt der Winter dieses Jahr sehr früh zu. Östlich von Cordoba versinken die Felder und Seitenwege im Wasser: es muss sehr viel geregnet haben.

Die Brücke über den Rio Secondo ist wegen Überflutung gesperrt und wir müssen 120km Umweg fahren. Auch in Nuevo Berlin steht der Rio Uruguay 3m höher als letztes Jahr, Straßen stehen unter Wasser.



















 Beim Denkmal für 
General Artigas,
dem uruguayanischen Nationalheld











In Nuevo Berlin
am Rio Uruguay,
hier stand gestern
noch das Wasser






















                        Wann kommt wohl hier der nächste Zug?




Eine Woche vor unserem geplanten Heimflug erreichen wir Nueva Helvecia und campieren beim Hotel Suizo. Hier wollen wir das Auto auf „den Winterschlaf“ vorbereiten und die Koffer packen. Inzwischen scheint wieder häufiger die Sonne, aber es ist windig und alle beklagen den frühen Wintereinbruch.



Am 12.Mai fliegen wir von Montevideo nach Hause, der Rückflug ist für den 30.August geplant...


19 Am Pazifik

04.04.-18.04.2016

Etwa 30km südlich von Chillán besuchen wir das Weingut von Ruedi Rüesch. Vor 14 Jahren ist er ausgewandert und hat auf 20ha Reben gepflanzt. Die Ernte ist im vollen Gang, trotzdem erhalten wir eine interessante Führung durch den ökologischen Betrieb und können Pinot Noir und Malbec verkosten. Die für Chile typischen Carmenère-Trauben werden erst Ende April geerntet. Sie sind sehr süß und haben weniger Säure. Ruedi bestätigt unsere Vermutung, dass die Chilenen den etwas süßeren Wein lieben, die Europäer möchten gern mehr Säure. Etwa 60% der Ernte wird in die Schweiz exportiert.















In Copquecura erreichen wir den Pazifik und werden mit lautem Gebrüll von einer großen Seelöwenkolonie begrüßt. Wir übernachten am Strand und hören sie die ganze Nacht.



In den nächsten Tagen folgen wir der felsigen Küsten nordwärts. Oft führt die Straße hoch über dem Meer durch riesige Eukalyptus- und Kieferplantagen. Immer wieder wird die Steilküste durch große Buchten mit schwarzem oder grauem Sand unterbrochen. Zum Schwimmen ist es zu kalt, aber wir genießen lange Strandspaziergänge inklusive Fußbädern. Die Saison ist lange vorbei und so können wir zwischen Ferienhäusern campieren.





Saleros (Salzfelder)
in der Laguna Boyeruca









Leckeres Mittagessen
im Fischerdorf Bocalemu






Punta Lobos





Aber im Surferparadies Pichilemu wimmelt es von schwarzen „Enten“ in den Wellen. Gefährlich nahe an den Felsen gehen die Surfer ihrem Hobby nach, die ersten sehen wir schon morgens vom Bett aus.
Hier in Pichilemu ist die Küstenstraße zu Ende und wir fahren durchs Hinterland Richtung Valparaiso. Nur 25km vor der Großstadt können wir im Reserva National „Lago Peñuelas“ auf einem netten Campingplatz übernachten.


Cisnes de cuello negro
(Schwarzhalsschwäne)
im Rio Rapel


Berüchtigt ist Valparaiso bei den Campern wegen der vielen Einbrüche selbst auf bewachten Parkplätzen. In der Nähe des Hafens finden wir keine brauchbare Abstellmöglichkeit und so verzichten wir auf unseren geplanten Stadtrundgang.


Einige Kilometer weiter drängen sich die Hoch- und Terrassenhäuser, Viña del Mar ist der beliebteste Wohn- und Ferienort der Chilenen. Etwas enttäuscht sagen wir dem Meer Adieu und fahren den Anden zu.
Nachdem alle chilenischen Pesos ausgegeben sind, starten wir am Donnerstagmorgen vollgetankt von Los Andes zum Paso Libertadores nach Argentinien. Doch der erste Wintereinbruch stoppt uns! Die Polizisten meinen frühestens am Montag, also in 4 Tagen. gehe der Pass wieder auf! Wir warten 4 Stunden mit vielen Argentiniern, bei einigen enden die Ferien am Sonntag und sie müssen am Montag wieder zur Arbeit. Die Wolken sinken immer tiefer, es fängt an zu regnen und wir beginnen den Polizisten zu glauben. Wir entschließen uns zurück nach Valparaiso zu fahren und dem Stadtrundgang noch eine Chance zu geben...


Im Internet finden wir ein Hostal mit Parkplatz; ob der wohl groß genug ist für unser Auto? Steil ist die Straße auf den Cerro Playa Ancha, langsam fahre ich im 1. Gang. Vor mir hält ein Bus an der roten Ampel und bei grün kann ich nicht mehr anfahren, es ist zu steil! Mit Warnblinker geht es nur noch rückwärts. Über eine Parallelstraße ohne Ampel schaffen wir es dann doch noch!

Auf dem Berg ist es gespenstisch, es herrscht dichter Nebel, Sichtweite 20-30m. Im „Costa Azul“ werden wir herzlich begrüßt, aber unsere Zimmer-Reservierung hat nicht geklappt. So schlafen wir die erste Nacht im Auto und ja, wir passen gerade so in den Parkplatz. Am nächsten Tag können wir dann ein schönes Zimmer beziehen, mit herrlicher Aussicht über Stadt und Hafen, wenn es der Nebel erlaubt...







Ein Bus bringt uns ins Zentrum, endlich können wir Valparaiso entspannt genießen. Über viele Treppen steigen wir auf die Hügel, blicken über den Hafen und bummeln durch die Gassen mit den bunten Holzhäusern. Hinunter geht es dann mit einem der berühmten Schrägaufzüge. Überall hat es Grafitti, viele originell und künstlerisch, aber oft sind es auch nur Schmierereien.


Der für den nächsten Tag geplante Ausflug fällt buchstäblich ins Wasser, es regnet Bindfäden und das Getrommel auf dem Blechdach begleitet uns Tag und Nacht.





























































Am Pazifik.pdf