18.01.-22.02.2015
Auf unserem Weg südwärts besuchen wir in Ica das Regional-Museum. Wir staunen über die kunstvollen Ausstellungsstücke aus der Prä-Inkazeit. Herrlich sind die Becher und
Vasen!
Häufig führt nun die Straße direkt am Meer entlang, oft kurvenreich hoch über der Brandung. In den Flusstälern stehen Olivenbäume und es wird Reis angebaut. Dann wieder
wechselt die Straße auf die Hochebene in ca. 1000m und verläuft über viele Kilometer schnurgerade durch die Wüste.
Bei unserem Stop in Moquegua passiert es: die Autotür fällt zu und der Schlüssel steckt noch im Lenkradschloss! Wir fragen herum und werden zum „Schlüsseldienst“ geschickt,
ein 1-Mann-Betrieb mit einer Kiste voll Material auf der Straße neben dem Mercado. Er sagt fast nichts, packt seinen Rucksack und folgt uns. Dank der nicht ganz geschlossenen Scheibe hat er das Auto in einer ¼h geöffnet!
Es hätte dümmere Orte für unser Missgeschick geben können...
Unser nächstes Ziel ist die bolivianische Grenze am Titicacasee. In vielen Kehren windet sich die Straße von 1200m auf 4760m. Bei 3400m tauchen wir in dichten Nebel und tasten
uns am Mittelstreifen entlang bis bei 4300m der Nebel schlagartig aufreißt. Schnee und Regen begleiten uns auf der Weiterfahrt.
In Desaguadero, der Grenzstadt, erwartet uns das absolute Chaos! Zentimeterweise schieben wir uns durch den Markt der Grenze entgegen, die Schirme müssen auf die Seite gezogen
werden damit wir durchkommen. Immer wieder lassen wir uns bestätigen: dies ist die Hauptstraße nach Bolivien und keine Sackgasse. Nach 4h haben wir alle Stempel und atmen auf. Jetzt nur noch Tanken, aber keiner verkauft
uns Diesel; dank des Ersatzkanisters erreichen wir La Paz und übernachten wieder am Flugplatz.
Für unseren Abschiedsbesuch fahren wir mit einem Colectivo ins Zentrum, bummeln nochmal durch die Altstadt und machen letzte Einkäufe.
Bolivianische Fasnacht
Strassenreparatur
Unsere nächsten Stationen sind, wie auf der Herfahrt, das Eisenbahnmuseum in Machacamarca und der Ojo del Inca bei Potosí.
Vorbei am Cerro Rico, dem Silberberg von Potosí, fahren wir auf einer guten Straße nach Tupíza und weiter zur argentinischen Grenze in Villazón.
Auch hier heißt es wieder Warten, pro Auto brauchen die argentinischen Grenzer eine ½h! Nach 6h dürfen wir fahren, aber Halt, der Herr im weißen Kittel mit der Spritze will
noch was: die Reifen müssen desinfiziert werden! Seltsam, die Busse brauchen das nicht! Mangels argentinischen Gelds erlässt er uns die Gebühr von 30 Pesos!
In Yavi, einem kleinen Ort 15km weiter, übernachten wir ruhig bei der wunderschönen Kirche; denn der einsetzende Regen hat dem lärmigen Fasnachtstreiben ein schnelles Ende
bereitet.
Am nächsten Morgen erfahren wir, dass auf der argentinischen Seite in La Quiaca kein Geld gewechselt wird, das geht nur in Villazón. Also pilgern wir nochmal zu Fuß nach Bolivien
und erhalten einen guten Kurs für unsere Dollars.
Weit geht der Blick über die Hochebene bei unserer Weiterfahrt nach Humahuaca. Hier finden wir nach den vielen Übernachtungen neben Hostals einen „richtigen Campingplatz“,
allerdings neben einer staubigen Straße.
Nachdem wir in Bolivien von Straßenblockaden verschont wurden, erwartet uns bei Tilcara eine argentinische Variante. Aber nach einer guten Stunde dürfen wir weiter. In Jujuy
verlängern wir problemlos unsere Autoversicherung und fahren über die kurvenreiche RN9 durch dschungelartige Vegetation nach Salta. Obwohl der Campingplatz mit seinem riesigen Schwimmbad recht voll ist, finden wir ein halbwegs
ruhiges Plätzchen. Um uns herum tönt es aus den Lautsprechern und die Grills rauchen, jetzt sind wir wirklich in Argentinien!
Hübsch ist das Zentrum um die Plaza und bei 30 Grad genießen wir das leckere argentinische Eis. Interessant und den Mumien angemessen ist die Ausstellung im Museo de Arqueología
de Alta Montaña. Aber unsere Suche nach dem bekannten argentinischen Straßenatlas, den in Buenos Aires jeder Kiosk hat, bleibt erfolglos.
Kurvenreich steigt die Straße an zum 3400m hohen Pass, der Cuesta del Obispo. Wir fahren durch dichten Nebel. Auf der Westseite des Passes wird es schnell sonnig und warm und
wir bestaunen die herrlichen Cardón-Kakteen im gleichnamigen Nationalpark.
Am Rosenmontag erreichen wir Cachi und werden von lauter Musik empfangen. Auf dem Campingplatz hören wir die für uns ungewöhnliche Fasnachtsmusik aber nur noch gedämpft und
können gut schlafen.
Die Staubstraße nach Süden schlängelt sich durch das bewässerte Tal des Rio Calchaqui und steigt dann wieder über einen Bergrücken mit vielen Cardón-Kakteen.
Schmal wird
sie in der Quebrada de las Flechas mit ihren imposanten Felstürmen.
Cafayate und auch die Campingplätze sind total überlaufen: in den nächsten drei Tagen steigt das größte Fest, die Serenata de Cafayate. Wir übernachten auf einem schönen,
einsamen Plätzchen bei den roten Felsen der Quebrada de las Conchas.
Welche Bodega wollen wir besuchen, die Auswahl ist groß! Nach der Tour durch die Finca da Quara und dem Probeschluck nehmen wir zwei Flaschen mit: einen Torrentes, der fruchtige
Weißwein für den Cafayate berühmt ist, und einen Malbec, der Rote, der so typisch ist für Argentinien.
Bei den Ruinen von Quilmes sieht man nur noch die Grundmauern der befestigten Stadt, die von den Inkas nie eingenommen werden konnte.
Im Pachamama-Museum in Amaicha werden die geologischen und anthropologischen Exponate mit skurrilen, künstlerischen Motiven kombiniert.
Unser nächstes Ziel sind die berühmten Thermalquellen von Fiambala. In einer schmalen, steilen Felsschlucht fließt das Thermalwasser durch über ein Dutzend Becken und kühlt
dabei von über 40ºC auf erträgliche Temperaturen ab. Bei unserer Ankunft am Sonntag sind die „erträglichen“ Becken gut besucht und schon etwas trüb. Dank der Kühle nach Sonnenuntergang können wir aber auch die heißeren
Becken „ertragen“.

















































































