14.11.-13.12.2014
In der „Waschanlage“ wird unser Auto
um einige Kilo leichter
Leider gibt es in Uyuni keine Aduana um unsere Importbewilligung fürs Auto zu verlängern. Wir müssen also zurück nach Potosí! Dort erhalten wir nach 1½h Warten weitere
30 Tage.
20km nördlich von Potosí erholen wir uns am Ojo de Inca, einem Thermalbecken mit 100m Durchmesser, 22m Tiefe und 30ºC warmen Wasser.
Die Straße nach Oruro führt wieder über 4300m hohe Pässe mit schönen Ausblicken. Ärmlich sind die Dörfer und auf den steinigen Felder in dieser Höhe wächst nur Quínua.
Neben der Straße sitzen oft Frauen am Webstuhl und stellen die farbenprächtigen, für Bolivien so typischen, Stoffe her.
Vor dem Museo del Trenes, dem Eisenbahnmuseum in Machamarca, finden wir einen ruhigen Übernachtungsplatz.
Wo kommt die laute Musik her? Auf dem Dorfplatz werden die Busse gesegnet und das Bier fließt in Strömen.
„Südstar, Ihr Urlaubsbus“
Auf der Umfahrungsstraße in Oruro gibt es kein Durchkommen, unvermittelt stehen wir vor einem Erdhaufen. Also auf die Gegenfahrbahn, auch dort wird gebaut. Durch Nebenstraßen
suchen wir uns einen Weg zur Tankstelle und zur Autobahn über das Altiplano nach La Paz.
Am späten Nachmittag erreichen wir El Alto, die Millionenstadt am Rand des Canyons in dem La Paz liegt. Im chaotischen Verkehr verpassen wir die Abfahrt ins 800m tiefer liegende
La Paz und beschließen am Flugplatz auf über 4000m zu übernachten. Nach einer ruhigen Nacht kommen wir dann am Vormittag im Hotel Oberland an und werden von unseren französischen Freunden Erick und Monique begrüßt.
Unser erster Ausflug führt uns ins nahe Valle de la Luna: irreal sehen die erodierten Erdspitzen aus!
Bei wolkenlosen Himmel starten wir am nächsten Morgen mit einem Minibus ins Zentrum. Minibusse sind Toyotas in VW-Bus-Größe in der 14 Personen Platz haben. Man winkt, wenn
man mitfahren will, und für die 10km zahlen wir nur 30 cent.
Unser Ziel ist ein Mirador mit einem schönen Blick über die Stadt. Doch auf Anraten einer Mitfahrenden steigen wir an der Talstation der nagelneuen Gondelbahn aus und fahren
für 1 Franken hinauf nach El Alto. Grandios ist der Blick über La Paz mit dem 6000er Illimani im Hintergrund, das ist besser als jeder Mirador!
Unser Minibus ins Zentrum bleibt im Verkehrschaos stecken: die Hauptstraße ist wegen einer Demo der Bauern, die einen höheren Milchpreis fordern, gesperrt. Es hat viel Polizei,
doch es geht recht ruhig zu.
Wir pilgern durch die steilen Straßen und können uns an den farbenprächtigen Kleidern kaum sattsehen, aber alles kann man ja nicht kaufen! Trotz des üblichen Chaos und der
Abgaswolken macht die Stadt auf uns einen recht sauberen Eindruck.
Für unsere geplante Tour in die Yungas, das Amazonasgebiet von Bolivien, holen wir bei verschiedenen Anbietern Informationen ein. Schließlich entscheiden wir uns für Indigenas-Tours: Flug nach Rurrenabaque und eine 3-tägige Pampastour. Doch zuvor wird noch der Werkstatttermin mit Ernesto Hug nach unserer Rückkehr vereinbart.
Aus dem Abflug um 13h wird nichts, wir starten um 16:30 und sind nach einer ½h im heißen Rurrenabaque. Nur schemenhaft konnten wir die Berge und die Flüsse im grünen Dschungel
erkennen.

Beim Einchecken zur Tour am nächsten Morgen lernen wir unsere jungen Mitreisenden, ein Australierpärchen und 3 Kanadier, kennen. Wir besteigen einen betagten Landcruiser und los geht’s auf die staubige Rüttelpiste. Nach der ersten Stunde fängt es an zu regnen, aus dem Staub wird Schlamm und auch im Auto fängt es an zu tropfen. Dann Stop am Straßenrand, wir haben einen Platten! Nach Reifenwechsel und Mittagessen erreichen wir die Bootsanlegestelle. Der Boden ist matschig und die Boote stehen voll Wasser!
Nach einer Stunde hört der Regen auf, der Wasserschöpfer hat unser Boot geleert und wir können einsteigen, für
mich bleibt allerdings nur ein Behelfsstuhl im Bug! 3 Stunden geht es den Rio Yakumo aufwärts zu unserem Quartier. Jaime, unser Bootsführer, zeigt uns Vögel, Capivaras und Kaimane. Die Unterkunft steht auf Stelzen und ist sehr einfach. Die Tür unseres Zimmers lässt sich nicht schließen und auch die Moskitonetze lassen den Mücken eine Chance. Dank des Netzes über jedem Bett können wir aber ungestört schlafen. Bei den Bootsausflügen tragen wir aber meist lange Hosen und benutzen den Mückenspray. Sonne und Regen wechseln sich ab, aber die Stimmung ist gut.
Wir sehen viele Kaimane am Ufer liegen und unser Boot wird oft von Flussdelphinen begleitet. Beim Fischen gehen uns leider nur Piraña-Babys an den Haken.
Der letzte Tag bringt nochmal einen Höhepunkt: bei herrlichem Sonnenschein können wir mit den rosa Delphinen schwimmen. Das Wasser ist trüb und urplötzlich werde ich von
einem Delphin berührt, dann beißt er mich sogar noch in den Fuß, aber sie wollen ja nur spielen, sagt Jaime.
Durchgeschüttelt kommen wir am Abend zurück nach Rurrenabaque. Auf einer Bank am Rio Beni lassen wir den Tag ausklingen. Ein Einheimischer setzt sich zu uns und erzählt von
der großen Flut am Anfang des Jahres. Noch immer sieht man die Schäden und 2 Monate lang konnte keine Fähre über den Fluss. Riberalta liegt 450km weiter nördlich am Fluss. Der Bus braucht im Moment 11h, in der Regenzeit
kann die Fahrt über 5 Tage dauern!
Auch beim Rückflug ist die Sicht nicht gut, von Ferne sehen wir aber den Titicacasee.

Steil ist der Weg in die Werkstatt, im 1.Gang klettern wir durch die Stadt auf 3700m. Schnell wird klar, dass am Toyota mehr zu machen ist als erwartet: 2 Blattfedern sind gebrochen, die Bremszylinder sind rostig und die Lenkung muss revidiert werden. Wir sollen uns auf 1Wo Aufenthalt einstellen! Das Auto steht auf Stelzen ohne Räder, aber wir dürfen drinnen übernachten.
Schon bald wissen wir welche Microbusse uns für 1 Bolivano ins Zentrum bringen. Aber nach 4 Tagen Stadtbummel und Werkstattcamping zieht es uns an den Titicacasee. 3½h dauert
die Busfahrt nach Copacabana.

Dort finden wir ein hübsches Hotelzimmer mit Blick über die Stadt und den Hafen. Beim Ersteigen des 200m höheren Hausberges (4020m) müssen wir oft anhalten und nach Luft schnappen.
Unsere geplante Wanderung über die Isla del Sol fällt buchstäblich ins Wasser. Es regnet in Strömen, aber als unser Boot in Copacabana anlegt, scheint wieder die Sonne: haben
wir zu früh aufgegeben?

Zurück in La Paz erwartet uns ein generalüberholter Toyota und wir fahren gegen Abend zum Camping ins Hotel Oberland: wie genießen wir am nächsten Morgen unser Frühstück vor dem Auto, endlich geht es weiter!

Wir kämpfen uns durch das Verkehrschaos Richtung Copacabana: Busse, Taxis, Lastwagen, alle nutzen jede Lücke um vorwärts zu kommen, manchmal geht es um Zentimeter! Rechts
und links der Straße werden wie wild Backsteinhäuser gebaut, aber die meisten sind (noch) nicht bewohnt. Flach geht es über das Altiplano, bis nach 2h der Titicacasee in Sicht kommt.
Beim Sohn des Floßbauers, der für Thor Heyerdal die RAII gebaut hat, machen wir Halt. Stolz zeigt er uns die Bilder und möchte uns gern ein Miniturfloß verkaufen.
Bald erreichen wir die Fähre, die uns hinüber auf die Copacabana-Halbinsel bringen soll. Der Fährmann weist mich ein und ich fahre vorsichtig über die löchrigen Planken
auf das Boot. Die Wellen bei der Überfahrt bringen den Toyota heftig ins Schwanken, aber alles geht gut und nach 20min stehen wir wieder auf festem
Boden.
Nochmal steigt die Straße auf über 4200m mit herrlichen Ausblicken
über den See und die Inseln.
Nochmal steigt die Straße auf über 4200m mit herrlichen Ausblicken
über den See und die Inseln.Warm ist es in Copacabana und ich sage mir: wenn Baden, dann jetzt! Doch das Wasser ist gar nicht so kalt, 18ºC am Ufer.

Das Wetter verspricht auch für den nächsten Tag Sonne und so steigen wir nochmal ins Boot und lassen uns in den Norden der Isla del Sol fahren. Dort können wir das gleiche Zimmer wie vor einer Woche beziehen.
Die Wanderung zum Nordzipfel der Insel entlang der Felder ist wunderschön, herrlich die Blicke über den tiefblauen Titicacasee. Im Osten zeigen sich schließlich auch noch
die Schneeberge der Cordillera Real. Steil ist dann der Weg hinunter nach Challapampa. Müde genießen wir am Abend eine leckere Regenbogenforelle.

Auf unseren Weg nach Süden laufen wir den Stränden entlang und durch Eukalyptuswälder. Zum Schluss steigen wir wieder auf 4000m hoch und haben einen tollen Blick nach Westen. Das letzte Boot bringt uns zurück nach Copacabana.
Wir warten und schließlich darf das Auto doch mit uns das Land verlassen!

























































































