26.2.-22.3.2015
Fiambala ist wie alle Orte in Nordargentinien von 13 bis 17 Uhr wie ausgestorben. Am heißen Plaza finden wir keinen Schattenplatz für unser Auto. Aber die Heladeria hat offen und für 50 Pesos, ca. 4€, lassen wir uns einen 1kg-Eimer mit leckerem Eis füllen!
Mit gekühlten Bäuchen starten wir dann zum Paso San Francisco und finden auf 2300m einen schönen Platz am Fluss. Langsam steigt die gute Teerstraße immer höher.
Nach der argentinischen Aduana erreichen wir die Passhöhe auf 4748m. Hier endet der Asphalt und eine holprige Piste führt hinunter zur Laguna Verde. Herrlich sind die Rundblicke auf die 6000er.
Der Ojos de Salado, der dritthöchste Berg Amerikas und höchste aktive Vulkan der Erde, erscheint dagegen durch seine flachen Gipfel weniger hoch. Jetzt zum Ende des Südsommers sehen wir nur selten Schnee und Eis und das vorwiegend auf der Südseite der Berge.
In 4300m an der Laguna Verde finden wir einen luftigen Übernachtungsplatz. Die Sonne brennt und die weißen Steine reflektieren das Licht, so dass es in den Augen schmerzt. Am Ufer hat das Wasser verschiedene Mineralien abgelagert, die zu skurrilen Formen kristallisiert sind. Nachts sinkt die Temperatur auf -6ºC, aber die Schlafsäcke wärmen uns.
Noch sind es 80km zum chilenischen Zoll, doch die Straße wird immer besser. 2 Kontrolleure stehen für die gefürchtete Lebensmittelkontrolle bereit, finden aber unser gut verstecktes Obst und Gemüse nicht. Trocken sind die Täler hier am Südrand der Atacamawüste und nach einem langen Tag erreichen wir Copiapó an der Panamericana. Nach dem Besuch des interessanten Mineralienmuseums finden wir mit Mühe einen Wifi-Platz um unseren Heimflug zu buchen. Es fehlen nur noch die Kreditkartendaten zum Abschluss, da fällt das Netz aus und nach vergeblichem Warten kehren wir frustriert zu unserem Übernachtungsplatz an der Tankstelle zurück. Hier ist das Netz nun erstaunlich gut und wir können doch noch unseren Flug für den 26.April buchen.
Schnurgerade verläuft die vierspurige Panamericana durch die Wüste. Auf vielen Berggipfeln sehen wir die weißen Kuppeln der Observatorien. Hier in der trockensten Wüste der Erde sind die Bedingungen für die Astronomen ideal: kein Staub, keine Wolken und keine Lichtverschmutzung durch Städte. Aus geruhsamen Tagen am Strand wird nichts: in La Serena verlangt der Campingplatz US$50 pro Nacht! Und auch das Bad im Pazifik fällt buchstäblich ins Wasser; denn der grünliche Schaum am Ufer sieht nicht sehr einladend aus.
So fahren wir ostwärts ins Tal des Rio Elqui. In La Molle finden wir einen schönen Übernachtungsplatz am Fluss, genießen statt Salz- das warme Süßwasser und den Sternenhimmel.
Eine charmante Chilenin führt uns in einer Gruppe durch die Piscobrennerei in Vicuña und vergewissert sich immer wieder, ob wir auch alles verstanden haben.
Fast alle Trauben werden zu Pisco, dem Nationalgetränk, verarbeitet
Statt Zaun: Büsche mit riesigen Dornen
Nach der Tour suchen wir uns unterhalb des Observatoriums Mamalluca einen Übernachtungsplatz mit Blick über das ganze Tal.
Weit hinauf ziehen sich die Weinberge. Wo nicht bewässert wird, ist es knochentrocken, seit 5 Jahren hat es nicht mehr geregnet!
Interessant und kurzweilig bringt uns der chilenische Astronom in gutem Englisch die Sternenwelt näher. Trotz Vollmond kann er uns unter anderem die Jupitermonde, den Orionnebel und das Kreuz des Südens zeigen. Nach unserem kurzen Heimweg beschließen wir den Tag angemessen mit einem Pisco.
Flussaufwärts wird das Tal immer enger, neben grünen Weinstöcken mit dicken Trauben, sehen wir viele Rebflächen ohne Blätter, sie sehen aus wie vertrocknet. Sind die Trauben hier schon geerntet oder sind die Flächen aufgegeben worden?
Sieht aus wie Blüten, ist aber ein Schmarotzer
Am Embalse La Laguna übernachten wir auf einem luftigen Platz. Rot glühen die Berge in der Abendsonne. Nach der kühlen Nacht warten wir in dem engen Tal lange auf den ersten Sonnenstrahl.
Bei der Weiterfahrt begegnet uns eine Ziegenherde, die Esel tragen Matratzen und Hausrat. Vermutlich ist das ein chilenischer Almabtrieb!
Die Berge zeigen sich in rot, gelb und grün. Der „Senfberg“ begleitet uns fast bis zur Passhöhe auf 4788m.
Leider führt die Straße auf der argentinischen Seite nicht mehr direkt an einem Schneefeld vorbei, oder ist es eventuell jetzt im März schon geschmolzen? Der Fußmarsch in 4500m Höhe über die Geröllhalde bringt uns gehörig ins Schnaufen; aber nach einigen Bachquerungen stehen wir direkt vor dem Büsserschneefeld mit seinen skurrilen Formen.
Weiter unten im Tal wird die Straße überdimensioniert ausgebaut und auch ein Scheiteltunnel ist geplant. Gut das wir den Pass noch vorher erleben konnten!
In San Juan finden wir an einer YPF-Tankstelle eine gute Internetverbindung im klimatisierten Café, im Freien ist es 36ºC und unser Auto ohne Schatten!
Am Abend herrschen deutlich über 40ºC im gut isolierten Auto; auf dem Campingplatz öffnen wir alle Fenster und hoffen auf Abkühlung.
Die weißen Wolken werden immer gelber, plötzlich nimmt der Wind stark zu und der Staub fliegt: ein Sandsturm! Wir harren bei schweißtreibenden Temperaturen im Auto aus und beobachten die braunen Staubwolken, während draußen das Thermometer um 10ºC sinkt. Nach einer guten Stunde flaut der Wind ab und Wetterleuchten begleitet unser Abendessen.
Im dem abgelegenen Nationalpark Sierra de las Quijadas finden wir einen schönen, einfachen Campingplatz. Die untergehende Sonne lässt die roten Felsen erglühen und wir lauschen den Geräuschen der Wüste. Beim Frühstück kreisen große Vögel über uns, davon zwei Kondore.
In der Region Córdoba hat es vor 10 Tagen massiv geregnet. Zwei Brücken wurden weggespült, wir müssen daher einen Umweg über San Luis fahren. An den Schäden sehen wir wie unglaublich hoch das Wasser im Fluss geflossen sein muss.
Beim sonntäglichen Rodeo in Papagayos können wir beobachten wie die tollkühnen Reiter von den wilden Pferden durch die Luft geschleudert werden. Aber meistens gibt’s nur blaue Flecken!
Reiten macht hungrig!
Kein Kondor!
Nebel empfängt uns im Nationalpark del Condorito auf 2200m Höhe. Nach nächtlichem Regen klart es aber auf und bei angenehmen Temperaturen wandern wir zum Kondor-Beobachtungspunkt an einem steilen Felsabbruch. Fasziniert verfolgen wir den Flug des Königs der Anden. Elegant drehen die großen Vögel ihre Runden und lassen sich von den Aufwinden in die Höhe tragen.
Seit einigen Tagen springt unser Toyota am Morgen nur mit Mühe an, im Nationalpark hatten wir glücklicherweise auf einem abschüssigen Parkplatz gestanden und konnten ihn durch Anrollen starten. Nach Austausch einer Batterie ist der Spuk vorbei!
Der Ort Villa General Belgrano wird von deutschstämmigen Auswanderern geprägt. Es erinnert uns an Rüdesheim, nur mit Bier statt Wein.
Bei einem Asado auf dem Campingplatz der Hamburger Auswanderer lernen wir andere Reisende kennen. Alle stehen kurz vor ihrem Heimaturlaub und lassen wie wir ihr Fahrzeug in Südamerika.