Der Abschiedstag ist gekommen! Bei Hochnebel und ein paar Grad über Null fällt uns der Abschied nicht so schwer...
Von Basel bis Frankfurt scheint dann die Sonne, danach wird's wieder neblig und immer kühler. Auf unserem Weg nordwärts besuchen wir Verwandte und Freunde. Am 24.01.
soll unser Schiff, die "Grande Nigeria", in Hamburg ankommen. Wir sind schon einige Tage vorher in der Stadt und lassen uns im Hafen bei eisigen Temperaturen auf die Schiffsreise einstimmen. Fast minus 13 Grad zeigt
das Thermometer als wir am 25. mit dem Auto am Verladekai ankommen.
Nach 1 Stunde Warten im eisigen Ostwind können wir an Bord fahren und unsere kalte Kabine beziehen. Das Schiff kommt direkt aus Westafrika und ist nicht
auf die Minustemperaturen vorbereitet. In unserer Kabine ist außerdem die Heizung ganz ausgefallen! In Winterjacken warten wir bis uns der 1.Offizier ein elektrisches Heizöfchen bringt - jetzt können wir auspacken.
Jetzt geht's los!
Fest vertäut
Landungsbrücken
Wir passieren die halbfertige Elbphilharmonie und die Landungsbrücken - ein eindrucksvolles Lichtermeer. Die Nordsee empfängt uns mit einer steifen Prise und Nieselregen. Gut 24h später kommen wir in Antwerpen an, die Temperaturen liegen nun über Null und wir planen einen Ausflug ins Zentrum. Nach dem stündigen Fußmarsch ins nächste Dorf nach Verrebruek, dem Warten auf den Bus Nr. 83 und dem Umstieg in die Straßenbahn Nr. 5 stehen wir dann gegen Mittag auf dem schönen Rathausplatz.
Es ist viel Betrieb, der Nieselregen scheint die Belgier nicht zu stören, ja einige trinken ihren Kaffee sogar im Freien. Wir aber lassen uns das starke belgisch Bier unter einer Heizsonne schmecken. Wieder an Bord begrüßen
wir den neuen Passagier, Gerard, einen weitgereisten Holländer, der für mehrere Jahre mit seinem LKW-Womo Amerika entdecken will.
Am nächsten Morgen pilgern wir nochmals ins Dorf, kaufen dunkles Brot und Joghurt, weil's das auf dem Schiff nicht gibt. Sonst ist das Essen aber ausgezeichnet! Mit Luigi,
unserem Koch, haben wir wirklich Glück und in 4 Wochen vermutlich auch einige Pfunde zuviel! Die Essenszeiten am Mittag und Abend sind strikt, darauf legt Massimo, unser Steward, großen Wert: bei Verspätung
klopft er uns auch schon mal aus der Kabine.
Die „Grande Nigeria“ ist 214m lang und 32m breit, wir wohnen auf dem 12.Deck, ca. 30m über dem Wasser
Die Offiziere bestehen aus Italienern und einem Philippino, die Mannschaft kommt von den Philippinen. Alle sind freundlich und viel offener als wir es auf anderen Schiffen erlebt
haben. Vielleicht liegt das am auskunftsfreudigen Kapitän und außerdem: wir sind seine ersten Passagiere! Außer beim Manövrieren im Hafen dürfen wir jederzeit auf die Brücke.
Unsere Kabine
Unsere Kabine
Der Kapitän beim Pizza-Backen
Samstag ist Pizzatag, und dann steht unser Commandante als erklärter Pizzafan selbst in der Küche und schiebt die Pizza in den Ofen... Und manchmal spendiert er dazu
noch ein Bier!
Bei einbrechender Dunkelheit verlässt die "Grande Nigeria" Antwerpen mit vielen gebrauchten Autos auf dem Deck mit Ziel Daker, in einer knappen Woche. In der Biscaya
werden wir heftig durchgeschüttelt, vor Portugal wird das Meer ruhiger und es zeigen sich die ersten Sonnenstrahlen.
Wir fahren östlich an Lanzarote und Fuerteventura vorbei, hier haben wir wieder Handyempfang. Noch 2 Tage bis Dakar, jetzt scheint überwiegend die Sonne, die Temperaturen klettern auf 20 Grad und wir werden von einem großen Vogelschwarm begleitet.
Autos für Dakar
Wir fahren östlich an Lanzarote und Fuerteventura vorbei, hier haben wir wieder Handyempfang. Noch 2 Tage bis Dakar, jetzt scheint überwiegend die Sonne, die Temperaturen klettern auf 20 Grad und wir werden von einem großen Vogelschwarm begleitet.
In Dakar sind die Temperaturen sehr angenehm, tagsüber über 30 Grad mit trockenem Wind aus der Wüste, nachts kühle 16 Grad. Für uns herrscht am Busterminal
das reinste Chaos, aber irgendwie findet hier jeder seinen Bus.
Viele leere Container werden noch aufgeladen, dann gegen 17h brechen wir zur Atlantiküberquerung auf.
Blick nach vorne, Container und Lastwagen
Busbahnhof in Dakar
Blick nach vorne, Container und Lastwagen
Busbahnhof in Dakar
Die Bordroutine mit Essen, Lesen und Puzzlen wird bei der Äquatorüberquerung unterbrochen.
Um 10 müssen alle Täuflinge auf der Brücke antreten. Außer uns Passagieren sind das noch 2 Kadetten von der Crew. Die beiden kommen dann richtig dran: kahlgeschoren schlägt der Kapitän ihnen rohe Eier auf die Köpfe und überschüttet sie mit Mehl. Wir kommen glimpflicher davon: Neptun überreicht uns den Taufschein und dann werden wir mit einem Öl-Nudelgemisch über den Kopf und viel Wasser getauft.
Äquatortaufe, wir wurden nicht rasiert...
Am Schluß gibt's eine Wasserschlacht und keiner bleibt trocken. Mit Sekt und Kaviarbrötchen für alle wird die Taufe beendet.
Um 10 müssen alle Täuflinge auf der Brücke antreten. Außer uns Passagieren sind das noch 2 Kadetten von der Crew. Die beiden kommen dann richtig dran: kahlgeschoren schlägt der Kapitän ihnen rohe Eier auf die Köpfe und überschüttet sie mit Mehl. Wir kommen glimpflicher davon: Neptun überreicht uns den Taufschein und dann werden wir mit einem Öl-Nudelgemisch über den Kopf und viel Wasser getauft.
Äquatortaufe, wir wurden nicht rasiert...
Am Schluß gibt's eine Wasserschlacht und keiner bleibt trocken. Mit Sekt und Kaviarbrötchen für alle wird die Taufe beendet.
Bei Sonnenaufgang am 13.2. erreichen wir Santos. Alle freuen sich auf den Landgang. Wir fahren mit dem Touristentram durch die Altstadt und mit dem Bus zum Strand. Bei 37 Grad
lockt das Meer, aber woher kommen all die toten Fische? So bleibt's beim Fußbad. Um 16 Uhr müssen wir wieder an Bord sein und 2h später verlassen wir Santos.
Paranagua
Paranagua
Paranagua, den Hafen von Curitiba, erreichen wir am nächsten Tag. Beim Landgang schlägt das Wetter um: innerhalb weniger Sekunden schüttet es wie aus Kübeln
und es wird stürmisch. Am Abend wird das Schiff abgefertigt und die Ladeklappe geschlossen - wir sind bereit zum Auslaufen. Aber nichts passiert! 2 Tage müssen wir auf niedrigere Wellen im Kanal warten; die Gefahr,
dass das Schiff den Boden berühren könnte, ist zu groß.
Vollmond im Atlantik
Vollmond im Atlantik
Der Südatlantik empfängt uns dann mit großen Wellen. Beim Blick aus dem Fenster sehen wir abwechselnd nur Wasser oder Himmel!
Im braunen Wasser der riesigen Bucht des Rio de la Plata wird's dann ruhiger.
Vorbei am Lichtermeer von Buenos Aires fahren wir einen Arm des Rio Parana aufwärts bis Zarate. 3 Nächte sollen wir hier ein- und ausladen und so nutzen wir die Zeit um in Buenos Aires unsere Autoversicherung abzuschließen.
24h später liegen wir dann vor Montevideo und warten, dass ein Kreuzfahrtschiff den Kai freimacht. In 30 Tagen ist uns das Schiff zur 2.Heimat geworden und
wir werden fast wehmütig beim Adieu-Sagen. Bevor wir aber starten können, bekommen wir noch den uruguayschen Amtsschimmel zu spüren: geschlagene 6h warten wir bis sich der Zollbeamte bequemt den Einfuhrzettel
für's Auto auszufüllen!
Im braunen Wasser der riesigen Bucht des Rio de la Plata wird's dann ruhiger.
Sonnenuntergang auf dem Rio de la Plata
Vorbei am Lichtermeer von Buenos Aires fahren wir einen Arm des Rio Parana aufwärts bis Zarate. 3 Nächte sollen wir hier ein- und ausladen und so nutzen wir die Zeit um in Buenos Aires unsere Autoversicherung abzuschließen.
Lancha (Wassertaxi) auf dem Rio Parana
Endlich - Montevideo
















