In Aceguá überqueren wir die Grenze, die Straße wird besser, die Landschaft ändert sich aber nicht: Hügel mit Rinderherden unterbrochen von Wäldern
- Gaucholand. Unser nächstes Ziel ist das von italienischen Einwanderern gegründete Städtchen Garibaldi, im größten Weinanbaugebiet Brasiliens. Hier wollen wir mit dem Dampfzug durch das Vale dos
Vinhos fahren, aber leider findet die nächste Tour erst in 4 Tagen statt.
So ziehen wir weiter östlich in das von deutschen Einwanderern vor ca. 100 Jahren besiedelte Gebiet. Im alpinen Stil gebaute Häuser,
gepflegte Grünanlagen und deutsche Strassennamen erinnern an die alte Heimat.
Oktoberfest oder Disneyland?
In „Opa’s Kaffehaus“ in Nova Petrópolis spricht allerdings nur noch die Chefin deutsch. Am Mittag bestellen wir „Cafe Colonial“,
ein Büffet aus 45 Köstlichkeiten: herzhafte und süße Schnittchen, dazu gibt’s Kaffee und Apfeltee - lecker, lecker, damit fällt das Abendessen wohl aus!
Und zum Schluss noch ein Stück Torte...
Bei über 34 Grad fahren wir weiter in das 800m hoch gelegene Gramado, dem St.Moritz Brasiliens: Nobelvillen, teure Läden und überdachte Fußgängerzone.
Die Straßen sind gesäumt von blauen Hortensien, die jetzt allerdings nur noch vereinzelt blühen. Der Campingplatz liegt in Gehentfernung zum Zentrum und so genießen wir das Treiben am nächsten Tag
bei einer heißen Schokolade.
Gramado
Denn inzwischen sind es noch gerade 15 Grad, es regnet Bindfäden und wir erwachten im Nebel.
Vor dem Dampfmaschinen-Museum ist das Pariser Eisenbahnunglück von 1895 nachgebaut
Cascada do Caracol
Herrlicher Campingplatz unter Araukarien
Banduria
Endlich hört der Regen auf und in Cambará do Sul biegen wir in den Nationalpark Aparados dos Serra ab. Nach der holprigen Zufahrt werden wir durch den grandiosen
Blick in den Itaimbenzinho-Canyon entschädigt.
Itaimbenzinho-Canyon
Wir wandern entlang der Abbruchkante, oben der grüne Wald mit den stolzen Araukarien, unten in bis zu 720m Tiefe der Rio Boi. Wie ist wohl der Zustand des Drecksträsschens
über 1000m hinunter an die Küste nach dem vielen Regen? Im Schritttempo klettern wir dem Meer entgegen!
Zur Belohnung gönnen wir uns den schönen Campingplatz am schnurgeraden Strand südlich von Torres.
Blick südwärts von den Felsen in Torres

Farol de Santa Marta
Nun folgen wir nordwärts der Küste. In Laguna beobachten wir die Fischer, die geschickt die runden Netze auswerfen. Hilfe erhalten sie von den Delphinen, die die Fische
jagen und ihnen in die Netze treiben.
Wir wechseln vom Bundesstaat Rio Grand do Sul nach Santa Catarina. Auf der gleichnamigen Insel liegt Florianópolis, die Hauptstadt. Auf dem lebhaften Markt im alten Stadtzentrum lassen wir uns einen Korb mit frittierten Meeresfrüchten schmecken.
Pântanol do Sul

Dann zieht es uns weiter in den Süden der Insel an einen der berühmten Strände. Am Praia Pântanol do Sul in Balneario das Açores regnet es wolkenbruchartig
und das Städtchen scheint wie ausgestorben. Wir finden einen schönen Platz vor unbewohnten Ferienwohnungen am Strand. Und zu unserer Überraschung: der Strand ist nachts beleuchtet. So lassen wir mit Blick auf
die Brandung den Tag bei einem Glas Wein ausklingen. Nach Strandspaziergängen und Baden steht am nächsten Tag eine Wanderung zum nach Reiseführer schönsten Strand der Insel auf dem Programm. Steil geht’s
über große Steine hinauf und hinunter zu der einsamen Lagoinha de Leste. Der Schweiß fließt bei über 30° und der hohen Luftfeuchtigkeit in Strömen. Nach dem erfrischenden Bad in der Süßwasserlagune
laufen wir hoch über dem Meer in ständigem auf und ab weiter nach Armação, von wo der Bus 2 müde Wanderer zurück zum Auto bringt.
Zum Schluss unseres Inselaufenthalts gönnen wir uns noch das Meeresfrüchte-Büffet in der Bar do Arante, einer Institution. Lecker, lecker und den hauseigenen Cacaça
gibt’s gratis dazu!
Bei herrlichem Wetter verlassen wir die Insel, unser nächstes Ziel liegt ca. 80km im Landesinneren, das Vale Europeu, das europäische Tal, mit vielen von deutschen
Auswanderern gegründeten Städten. Dazu mehr im nächsten Bericht.
Lagoa de Conceiçao














