06.04. - 21.04.2014

80km von der Küste entfernt liegt das vor allem von deutschen Einwanderern geprägte „europäische Tal“. Die Großstadt Blumenau hat nur noch im Zentrum
an der ehemaligen Wurststraße einige Fachwerkhäuser. Aber im Herbst wird hier das Oktoberfest groß gefeiert, der nach dem Karneval in Rio größte Anlass in Brasilien. Über Ostern steht auf dem
Festplatz ein großer Osterbaum.
Blumenau
Osterbaum auf dem Oktoberfestgelände
In der Brauerei „Eisenbahn“
Am Abend besucht uns die deutschsprechende Besitzerin des Campingplatzes. Wir erfahren viel über Blumenau und die Geschichte der Einwanderer. Nach einem Blick über
Blumenau bei Nacht fährt sie mit uns in die Brauerei „Eisenbahn“. Bei dem mit vielen Sternen ausgezeichneten Bier lernen wir Aipim kennen - so wird Maniok hier genannt. Am nächsten Morgen bringt sie uns noch
ein Riesenpaket mit Aipim: am 1.Tag Kochen, am 2.Tag Anbraten mit Speck, so heißt die Anweisung.
Pomerode, ca. 30km nördlich, ist viel kleiner und überschaubarer. In der lokalen Brauerei „Schornstein“, serviert uns der Chef, ein Münchner, zum guten Bier
leckere Filetstückchen mit Zwiebeln.
Am nächsten Morgen hängt unser Auto schief - hinten rechts hat’s einen Platten. Aber, Klaus, der junge Mann aus der Reifenwerkstatt flickt den Reifen souverän;
auch unsere Sprengringfelge ist kein Problem. Nur gut, dass ich Ersatzschläuche mitgenommen habe...
Brauerei „Schornstein“ in Pomerode
São Franciso do Sul
Zu meinem Geburtstag fahren wir wieder ans Meer ins Kolonialstädtchen São Francisco do Sul, der drittältesten Stadt Brasiliens. Nach den heißen Tagen im
Landesinneren freuen wir uns auf die frische Meeresluft. Unser Geburtstagsessen wird Aipim mit Speck - so schmeckt auch mir Maniok!
Nach einem Werkstattbesuch in Joinville - der Toyota muss abgeschmiert werden - fahren wir auf der Autobahn Richtung Curitiba. Die Hauptstadt des Bundesstaates Paraná
liegt auf 900m Höhe und innerhalb einer Stunde fallen die Temperaturen um über 15°. Nach langer Zeit sind nun wieder lange Hosen angesagt. Bei einem Posto, so heißen hier die Tankstellen, stellen wir uns zu
den vielen hier übernachtenden Lastwagen. Und zum z’Nacht gibt’s ein gutes Buffet mit frittierten Hähnchenschenkeln und Salat für knapp € 5.
Trotz guter Beschreibung finden wir den Campingplatz des Camping Clube do Brasil (CCB) in Curitiba erst beim 2.Anlauf. Er ist schön gelegen unter riesigen Araukarien, aber
leider wenig gepflegt. Der Platzwart ist sehr freundlich und flickt für uns, die einzigen Camper, sogar eine der nicht funktionierenden Duschen.
Curitiba gilt als die umweltfreundlichste Stadt Brasiliens. Davon können wir uns bei der Stadtrundfahrt überzeugen: viele Grünanlagen, Abfalltrennung und eigene
Fahrspuren für die Expressbusse. Nur eine Touristeninformation suchen wir vergebens!
Eigene Fahrspuren und originelle Bushäuschen
Futuristisches Museu Oscar Niemeyer
Jardim Botânico
Chili-Variationen auf dem Mercado Público
Das Wetter wird immer besser, aber als wir beschließen die Reise mit dem Serra-Verde-Express für Morgen zu buchen, ist der Schalter schon geschlossen. Doch kurz vor
der Abfahrt bekommen wir noch problemlos Karten - aber erst nach Vorlage unserer Pässe..
Von der Hochebene windet sich die 1884 erbaute Schmalspurbahn über Schluchten und an Felshängen entlang hinunter nach Morretes auf Meereshöhe: von den Araukarien
zu den Bananen. Die Fahrt ist sehr eindrucksvoll und wir erleben den Dschungel des Mata Atlântica hautnah, wenn wir nicht rechtzeitig den Kopf ins Innere zurückziehen! Die Zugbegleiterin erzählt pausenlos:
wenn wir doch portugiesisch könnten!
Zurück in Curitiba suchen wir die Buslinie zurück zum Campingplatz. Nach 20min Zittern merken wir, dass wir im richtigen Bus sitzen, Glück gehabt!
Die nächste Nacht verbringen wir wieder bei einem Posto an der Autobahn nach Sao Paulo. Fernando, ein Lastwagenfahrer aus Rio Grande do Sul, begrüßt uns mit seinem
etwas eigenartigen Deutsch. Er ist im Konvoi mit 2 anderen LKWs unterwegs nach Minas Gerais. Er hat wertvolle Fracht, er spricht von „Ziegeln“, daher sitzen im 1. und 3.LKW bewaffnete Begleiter - das erinnert uns wieder
mal an das gefährliche Brasilien, von dem wir in Europa so viel hören. Dank Wifi können wir eMails schicken und unseren Heimaturlaub im Juni organisieren.
Bananenplantagen rechts und links begleiten uns auf unserer Fahrt ans Meer. Bei einem Verkaufsstand erstehen wir eine ganze Staude mit kleinen Goldbananen, über 100 Stück,
weil uns die Verkäuferin keine kleinere Portion abschneiden will. Aber wie sollen wir die alle essen?
In Itanhaém erleben wir brasilianisches Strandleben pur. Die Kneipen sind gut besucht und auch im Meer hat’s viele Menschen. Auf dem überraschenderweise nur dünn belegten Campingplatz geht der Trubel der Osterfeiertage aber an uns vorbei. Doch wir lernen bis morgens um 4 Uhr die verschiedenen brasilianischen Musikrichtungen kennen...















